Der Selbstversuch “100 Tage – 100 Dinge” 


Minimalismus JETZT!  Aktivistin wagt bis zum 23.12.19 einen extremen Selbstversuch

Die Hannoveranerin Jasmin Mittag startet 100 Tage vor Weihnachten unter dem Motto „Minimalismus JETZT!“ ein besonderes Experiment: Wie in dem Film „100 Dinge“ entledigt sie sich ihres gesamten Hab und Guts und holt sich in jeden Tag ein Teil zurück. Ihre Sachen hat sie in Kartons verpackt. Die wandern in den Keller. Anders als die beiden Schauspieler in der deutschen Komödie lässt sie ihre Einrichtung stehen und beginnt mit 11 Dingen. Darunter sind ein Kleid und Schuhe, ihr Laptop, eine Zahnbürste und ihr Fahrrad. Ihr Fahrrad sei neben den unverzichtbaren Dingen ihr wichtigster und liebster Gegenstand, so die 41-jährige. „Ich liebe das Freiheitsgefühl beim Fahren. Ohne mein Fahrrad fühle ich mich nicht vollständig.“

Im Minimalismus ist Jasmin Mittag schon seit rund 4 Jahren aktiv. Sie organisiert den Minimalismus-Stammtisch in Hannover und gibt Workshops zum Thema. Die Idee zu dem Selbstversuch stammt ursprünglich von dem Finnen Petri Luukkainen. Er hat 2012 all seine Sachen in ein Selfstorage-Lager gebracht und sich für ein Jahr erlaubt, jeden Tag ein Teil zurückzuholen. „Was brauchst du wirklich?“ ist die Frage, die hinter diesem radikalem Selbstversuch steckt. Die Antwort hierauf interessiert auch Mittag: „Als ich Luukkainens Dokumentation ‚my stuff‘ gesehen habe, war ich sofort fasziniert. Aber die Idee es ihm gleich zu tun, ist erst langsam gereift. In den letzten Jahren bin ich immer mal wieder nach Hause gekommen und habe beim Anblick meiner Sachen gedacht ‚Das muss eigentlich alles mal weg, damit ich rausfinden kann, was wirklich zu mir gehört‘.“ Kurz nach ihrem Geburtstag im September ist es nun soweit: Ihre Wohnung ist leer geräumt. Sie kann sich jeden Tag eine persönliche Sache zurückholen. „Ich darf nur Lebensmittel kaufen oder Dinge ersetzen“, so die Regeln, die Mittag festgesetzt hat.

Aus praktischen Erwägungen hat sich die Aktivistin und Künstlerin entschlossen nicht ganz bei Null, sondern mit 11 Dingen anzufangen: „Ohne eine kleine Basis kann ich ja nicht funktionieren und arbeiten. Es wird schon schwer genug mit so wenig Dingen in den ersten Tagen.“ Welches die ersten Gegenstände sein werden hat sie daher lange überlegt.

Mittag hofft auf viele spannende Erfahrungen und Erkenntnisse. Mit ihrem Einsatz für das Thema Minimalismus möchte sie auf bewussten Konsum aufmerksam machen. „Das interessante an Minimalismus als Lebensstil ist, dass er uns inspiriert für unser eigenes Leben Verantwortung zu übernehmen. Wenn wir uns auf für uns Wesentliches konzentrieren und dadurch auch bewusster konsumieren, ist das zudem für die Gesellschaft und unsere Umwelt von Vorteil.“ Den Fortgang des Projektes postet sie bis Weihnachten in den sozialen Netzwerken.

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